Ih­re Apo­the­ke Tit­tel­bach,

so herz­lich an­ders!

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So klappt der Alltag mit Maske




Vielerorts gilt momentan eine Maskenpflicht. Das soll vor allem andere Menschen vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn - (c)dpa-infocom GmbH

Köln/Berlin (dpa/tmn) - In Zeiten von Corona gehört die Maske zum Alltag. Wer Mund und Nase nicht bedeckt hat, darf häufig weder Bus fahren noch im Supermarkt einkaufen gehen. Das soll andere Menschen - und ein Stück weit einen selbst - vor einer möglichen Ansteckung mit Sars-CoV-2 schützen.


Die sogenannte Alltagsmaske aus Baumwolle ist hierfür aber nur ein Baustein, neben ausreichend Abstand, dem richtigen Husten und Niesen sowie regelmäßigem, gründlichem Händewaschen.


Doch der praktische Umgang mit dem Stück Stoff ist knifflig: Wo lagert man die Alltagsmaske, wenn man sie etwa auf dem Fußweg in ein Geschäft nicht die ganze Zeit aufsetzen möchte? Und wie reinigt man sie denn jetzt - Waschmaschine, Ofen, Bügelbrett? Ein Infektiologe und ein Hygieniker geben Antworten auf wichtige Fragen.


Wie transportiert man die Maske?


Im Idealfall läuft es so ab: Man hat seine Hände gründlich gewaschen und zieht anschließend die Maske über. Dabei achtet man darauf, die Innenseite nicht anzufassen. Doch das setzt ja voraus, dass man sie daheim aufsetzt und etwa auf dem Weg zum Supermarkt die gesamte Zeit im Gesicht trägt. Das kann anstrengen und die Maske bereits ziemlich stark durchfeuchten - was nicht so gut ist.


Wer sie erst vor Ort aufsetzen möchte, sollte die Bedeckung im Plastikbeutel statt in der Hosentasche tragen - oder zumindest in einer Tasche, in die man nicht üblicherweise hineinfasst, rät Peter Walger. Der Vorstandssprecher von der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene betont: «Die Innenseite muss geschützt sein.» Am besten sei, man kenne die Situation, in der man sie tragen müsse - und behalte sie dann die ganze Zeit auf.


Kann die Maske auch um den Hals baumeln?


Es ist oft zu sehen - wenn sie die Maske gerade nicht brauchen, ziehen viele Menschen sie unter das Kinn ab. Dort baumelt sie dann lose um den Hals. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ( BZgA) rät davon ab, die Maske so hängen zu lassen.


Prof. Janne Vehreschild sieht darin eher kein Problem. «Aus der reinen Virusinfektionssicht macht es wenig Unterschied, ob ich die Maske in einem Plastikbeutel trage oder sie um den Hals hängt», erläutert der Wissenschaftler vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung, der eine Arbeitsgruppe von Kölner und Frankfurter Forschern leitet, die etwa Risikofaktoren zu der von dem Coronavirus ausgelösten Krankheit Covid-19 untersucht.


Was hilft, wenn einem das Atmen unter dem Stoff schwerfällt?


Das sollte nicht sein. Doch viele spüren nach einer Zeit des Tragens eine Art Beklemmung und haben das Gefühl, dass ihnen das Atmen schwerfällt. Eigentlich seien die klassischen Baumwollmasken so durchlässig, dass es darunter nicht zu einem Sauerstoffmangel kommen sollte, sagt Vehreschild.


Eine mögliche Erklärung hat der Infektiologe dennoch: «Ich glaube eher, dass das Atmen sehr bewusst ist und aktiv erlebt wird - und man sich dann vielleicht eine Art Atemlosigkeit einbildet.»


Sein Rat: Generell beim Atmen durch die Maske Ruhe bewahren und nicht besonders stark ein- oder ausatmen. «Das kann zu Hyperventilation führen.» Also lieber eher ruhig und flach atmen und nicht so sehr darauf konzentrieren - sondern sich mit anderen Dingen beschäftigen.


Kann der Stoff der Grund für Atemprobleme sein?


Fest gewebte Stoffe sind nach Angaben des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) besser für die Alltagsmaske geeignet als leicht gewebte - aber man sollte darunter natürlich atmen können. «Man kann die Durchlässigkeit überprüfen, indem man die Maske auf die Lippen legt und schaut, ob man gut durchatmen kann», rät Vehreschild. «Muss man hier kräftig pusten, damit Luft durchkommt, ist es sicherlich der falsche Stoff.»


Im Geschäft ist das vielleicht nicht so gerne gesehen - aber gerade wer die Maske selbst näht, kann diesen Test problemlos machen, ehe man Nadel und Faden ansetzt.


Und wie wird die Maske wieder sauber?


«Bei mindestens 60 Grad in der Waschmaschine waschen oder alternativ: sie für rund zehn Minuten in einem Topf Wasser kochen - das sind die sichersten Methoden», erklärt Hygieniker Peter Walger. Für die Variante Kochtopf muss der Maskenstoff kochfest sein, was Baumwolle in der Regel ist. Seien aber noch andere Materialien verarbeitet, etwa Gummi, eine Zwischenlage oder bestimmte Metalle, sollte man sich schlau machen, ob man die kochen kann, so der Experte. Generell gilt: «60 Grad und darüber ist virustötend.»


Geht es auch anders?


Ja, aber das ist nur bedingt ratsam. «Alles andere, was mitunter empfohlen wird: Backofen, Mikrowelle, Bügeln - das ist vielleicht nur dann eine Idee, wenn man die Maske nicht waschen kann», sagt Walger. «Aber es ist auch unsicher, ob überall die gleiche Temperatur wirkt», fügt er an. Die Masken könnten im Backofen oder in der Mikrowelle nicht frei hängen, lägen vielleicht auf einem Backblech. «Und was besonders wichtig ist, gereinigt werden die Masken dadurch nicht.»


Masken mit Drahtbügeln gehören generell nicht in die Mikrowelle - hier droht Brandgefahr.


Übrigens: «Medizinische Masken wie den Mund-Nasen-Schutz oder die FFP-Masken kann und darf man nicht waschen. Es sind Einmalartikel ausschließlich für den medizinischen Gebrauch», sagt Walger.



Autor: Mascha Brichta